Singende, klingende Platte

Rückblick Premiere des Plattenchors

Was macht die Johannstadt eigentlich aus? Was ist sozusagen „typisch Johannstadt“? Auf den ersten Blick mit Sicherheit die Plattenbauten, die das Stadtbild prägen und eine Art Skyline an der Elbe bilden. Die geradlinige Architektur mit ihren Balkonfronten bietet sich regelrecht an, sie zur Publikumsempore umzufunktionieren oder sie direkt als Bühne zu nutzen. Die Idee des Plattenchores war geboren.

Die Weihnachtszeit eignete sich perfekt zur Erprobung dieses Formats. Über eine Beteiligungsaktion unter den direkten Anwohner*innen in der Florian-Geyer-Straße und Elsasser Straße konnte ermittelt werden, was gesungen werden wollte. Die Evaluation von etwa 70 Rückmeldungen ergab eine Zusammenstellung verschiedener Weihnachtslieder, teilweise auch mehrsprachig. Die Liedhefte wurden per Wurfsendung in die Briefkästen zugestellt und die Anwohner*innen dazu aufgefordert, am 13.12.19 um 17 Uhr auf ihre Balkone zu treten und von diesen herabzusingen. Von allen Balkonen aus hat man einen guten Blick auf den Garten des Johannstädter Kulturtreffs, in dem sich an diesem Abend das interkulturelle Orchester „Paradiesisch Musizieren“ der Evangelischen Hochschule Dresden versammelte und die Lieder anleitete und musikalisch untermalte.

Etwa 100 Nachbar*innen fanden an diesem Abend im Garten des Kulturtreffs zusammen und stimmten sich gemeinsam bei einer Tasse Punsch oder Glühwein des „Kaffee für alle“ in die Weihnachtszeit ein. Die ein oder andere Stimme war von den Balkonen zu hören, einige Anwohner*innen zogen es aber doch vor, sich unter die Menge zu mischen. Ein Chor birgt ja in erster Linie auch eines: Ein Gemeinschaftsgefühl.

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