Früher war alles…anders

Rückblick Vernissage „Voll der Osten – Leben in der DDR“

30 Jahre nach dem Mauerfall findet sich am Nachmittag des 19. Oktobers eine homogene Gruppe jüngerer und älterer Johannstädter zur Vernissage der Ausstellung „Voll der Osten – Leben in der DDR“ im Johannstädter Kulturtreff zusammen. Im Gepäck haben sie Geschichten, Anekdoten und Erinnerungsstücke aus der Zeit vor dem Herbst 1989. Die erste Veranstaltung im Rahmen des Projekts Plattenwechsel hat begonnen. Thema: Deine DDR. Deine Geschichte.

Harald Hauswald bebildert mit der Ausstellung eine DDR-Realität der 1980er Jahre, die sowohl Wiedererkennung als auch Kritik zulässt. In jedem Fall liefern die Bilder einen Anreiz, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, Erinnerungen auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Moderiert von Gabriele Feyler finden an diesem Nachmittag Begegnungen statt, die es vermutlich viel häufiger geben müsste. Deutlich wird, dass der Redebedarf zu diesem Thema und das Bedürfnis nach dem Teilen von Erinnerungen eine sich zunächst fremde Gruppe innerhalb von wenigen Stunden zu einer Gemeinschaft werden. Erzählungen von Hausfesten, Gemeinschaftsgefühl und alten Haushaltsgegenständen gliederten sich in Diskussionen um das „richtige“ gesellschaftliche System und Berichten über negative Erfahrungen in der Zeit des Sozialismus ein. Kalter Hund und Eierschecke rundeten den Nachmittag ab, begleitet von der Dokumentation ‚DRESDNER INTERREGNUM 1991 – Ein Poem‘ von Werner Kohlert. Die Bilder eines Nachwende-Dresdens rufen weitere Erinnerungen wach, an Orte, die es so heute nicht mehr gibt. Bilder von Schutt und Asche, vielen Trabbis und einer zertrümmerten Frauenkirche verbreiten eine melancholische Nachdenklichkeit im Publikum, die noch lange nachwirken soll.

Über die Ausstellung:

Die Fotoausstellung von Harald Hauswald (OSTKREUZ Agentur der Fotografen) mit Texten von Stefan Wolle zeigt den Alltag in den 1980er Jahren in Ost-Berlin. Sie lädt zu einer Bilderreise in die Zeit der Teilung ein und zeigt eine ungeschminkte DDR-Realität, an die sich heute selbst Zeitzeugen kaum mehr erinnern: Kleine Szenen des Alltags, einsame und alte Menschen, verliebte junge Pärchen, Rocker, Hooligans und vieles mehr. Die Ausstellung ist gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Trailer zum Film „Dresdner Interregnum 91“: https://www.youtube.com/watch?v=YpNBDmtVZl4

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